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Studie EMIL Baden-Württemberg

Für die Studie EMIL Baden-Württemberg wurde das EMIL-Konzept, das 2011/2012 in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt wurde, überarbeitet und weitergedacht. Um die Wirksamkeit erneut zu überprüfen, wurde das Konzept mit 24 Kindergärten aus ganz Baden-Württemberg umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert. Wie in EMIL Ulm wurden durch Qualifizierungen pädagogische Fachkräfte darin unterstützt, vielfältige Gelegenheiten zur Stärkung sozial-emotionaler Fähigkeiten im Kindergartenalltag zu schaffen. Unter EMIL Qualifizierung finden Sie mehr Informationen zum Inhalt der Fortbildungen.

Aufbau der Studie

In EMIL Baden-Württemberg wurden Erzieher/innen über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten prozessorientiert qualifiziert. In der Qualifizierung ging es neben neurowissenschaftlichen Grundlagen zum Lernen besonders um Fördermöglichkeiten der exekutiven Funktionen und sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern in der Kindergartenpraxis. Die Erzieher/innen erhielten außerdem verschiedene Materialien, die sie dabei unterstützten, die Theorie in die eigene Praxis zu übertragen.

Insgesamt nahmen an EMIL Baden-Württemberg 25 Kindergärten aus den vier Regierungspräsidien Baden-Württembergs teil. Die teilnehmenden Kindergärten wurden für die Qualifizierung in drei Gruppen eingeteilt: zwei sogenannte Interventionsgruppen und eine Wartegruppe. Die Gruppeneinteilung erfolgte zu Beginn per Losverfahren. Pro Gruppe nahmen damit acht bis neun Kindergärten an EMIL Baden-Württemberg teil.

Interventionsgruppe 1 erhielt die EMIL-Qualifizierung in Form von vier Fortbildungen. Interventionsgruppe 2 erhielt drei Fortbildungen und zwei kindergarteninterne Teambegleitungen. Die Anzahl der Qualifizierungsstunden der beiden Gruppen unterschied sich dabei nicht. Die Wartegruppe erhielt zu diesem Zeitpunkt noch keine EMIL-Qualifizierung.

Daraus ergibt sich folgende Übersicht:

  • Interventionsgruppe 1 (IG 1):
    • vier Fortbildungstermine (4 x 6 Stunden) mit insgesamt 24 Stunden EMIL-Qualifizierung
  • Interventionsgruppe 2 (IG 2):
    • drei Fortbildungstermine (3 x 6 Stunden) sowie zwei Teambegleitungen in der eigenen Einrichtung (2 x 3 Stunden), also ebenfalls insgesamt 24 Stunden EMIL-Qualifizierung
  • Wartegruppe (WG):
    • Einrichtungen dieser Gruppe bekommen noch keine EMIL-Qualifizierung zu Projektbeginn
    • Absprache zu Qualifizierungsterminen im Herbst 2014

Die Qualifizierung der Kindergartenteams wurde von Multiplikatoren-Tandems durchgeführt, die vom ZNL speziell ausgebildet wurden. Diese begleiteten die Teams während des gesamten Projektverlaufs und standen für Rückfragen zur Verfügung. Der Veranstaltungsort der Fortbildungen war abhängig von den teilnehmenden Kindergärten und wurde möglichst ortsnah gewählt.

Insgesamt fand das Forschungsprojekt EMIL Baden-Württemberg für die Kindergärten im Zeitraum von November 2013 bis Juli 2014 statt.

EMIL Baden-Württemberg wurde wie bereits EMIL Ulm wissenschaftlich begleitet. Zu Beginn und am Ende der Qualifizierungsmaßnahmen fanden Datenerhebungen bei den beteiligten Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften statt.

Wissenschaftliche Fragestellung

EMIL Baden-Württemberg ist ein Forschungsprojekt, das der zweiten Überprüfung einer alltagsintegrierten Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen von Kindern dient. Das EMIL-Konzept wurde 2011/2012 mit acht infans-Kindergärten der Stadt Ulm entwickelt. Die wissenschaftliche Überprüfung zeigte, EMIL wirkt (siehe Ergebnisse).

Allerdings beziehen sich die bisherigen Ergebnisse der Evaluation von EMIL Ulm auf einen Träger und ein Konzept. Mit EMIL Baden-Württemberg prüft das ZNL, unter welchen Bedingungen das EMIL-Konzept in Kindergärten mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten und Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann. Das ZNL bearbeitet mit EMIL Baden-Württemberg folgende Fragestellungen:

  1. Wirkt EMIL auch in Kindergärten mit anderen pädagogischen Konzepten?
  2. Wie müssen die EMIL-Qualifizierungsmaßnahmen gestaltet sein, damit sie in Kindergärten mit verschiedenen pädagogischen Konzepten in Baden-Württemberg umgesetzt werden können?

 Zeitplan EMIL Baden-Württemberg

Die Laufzeit von EMIL Baden-Württemberg in den Kindergärten betrug neun Monate, von November 2013 bis Juli 2014. Die erste Messung bei den teilnehmenden Kinder sowie die Befragung der Eltern und pädagogischen Fachkräften fand in allen 25 Kindergärten im November/Dezember 2013 statt. Für die Erzieherinnen der beiden Interventionsgruppen begannen im Januar 2014 die ersten Fortbildungen. Die einzelnen Termine wurden mit den jeweiligen Kindergärten zu Beginn von EMIL abgesprochen. Der Qualifizierungszeitraum betrug insgesamt sechs Monate und endete somit im Juni 2014. Die zweite Datenerhebung fand bei den Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften im Juni/Juli 2014 statt.

 

Messinstrumente

Um die Fragen in EMIL Baden-Württemberg zu beantworten, wurden Daten bei Kindern, deren Eltern sowie pädagogischen Fachkräften erhoben. Bei den Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren wurde eine Auswahl von psychologischen Tests durchgeführt. Die Testdurchführung fand in spielerischer Weise mit jedem Kind einzeln statt. Die Messung dauert ca. 30 Minuten pro Kind und fand im November/Dezember 2013 sowie im Juni/Juli 2014 an einem Vormittag im Kindergarten statt. Die Tests dienten der Erfassung folgender Bereiche:

  • Exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Inhibition, kognitive Flexibilität)
  • Verhaltensregulation
  • Perspektivenübernahme

Zusätzlich wurden die pädagogischen Fachkräfte sowie die beteiligten Eltern gebeten, einen Fragebogen zur sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder auszufüllen. Die Eltern wurden ebenfalls gebeten, zu Beginn des Projekts einen Fragebogen zur Erfassung sozio-ökonomischer Daten auszufüllen. Bei den Erzieher/innen wurden zusätzlich drei weitere kurze Fragebogen zu ihrer Arbeit im Kindergarten erhoben.

Neben diesen Testungen wurde der Kindergartenalltag in jedem Kindergarten zweimal während des Projektzeitraums beobachtet, um einen Eindruck von Strukturen, Räumlichkeiten, Materialangebot, Ablauf der Angebote und des pädagogischen Handelns der Erzieher/innen zu bekommen.

 

Kontakt
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