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Exekutive Funktionen sind bedeutsam für soziales Verhalten, Lernen, Gesundheit und Lebenserfolg

Um sozial kompetent zu handeln und Gefühle sowie Verhalten zu regulieren, benötigen wir die sogenannten exekutiven Funktionen. Mithilfe der exekutiven Funktionen kann das eigene Handeln zielgerichtet geplant, gesteuert und umgesetzt werden. Sie ermöglichen es, spontane Impulse zu hemmen, verschiedene Handlungsoptionen im Gedächtnis präsent zu halten und abzuwägen sowie flexibel auf unterschiedliche Situationen zu reagieren (Diamond, Barnett, Thomas, & Munro, 2007; Hofmann, Schmeichel, & Baddeley, 2012; Jahromi & Stifter, 2008). Mit Hilfe der exekutiven Funktionen (man verwendet in diesem Zusammenhang auch oft den Begriff „Selbstregulation“) sind Kinder in der Lage, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auch mal hintenan zu stellen sowie andere Meinungen zu akzeptieren. In frustrierenden Situationen unterstützen sie den Umgang mit negativen Gefühlen und die Kontrolle des eigenen Verhaltens. Damit haben sie großen Einfluss auf die Gestaltung des sozialen Miteinanders (Trentacosta & Shaw, 2009). Wer sich selbst „im Griff hat“, kommt in sozialen Situationen leichter zurecht und hat Vorteile beim Lernen.

Dies belegen aktuelle Studien:

  • Kindergartenkinder mit besserer Inhibition zeigen höhere soziale Kompetenzen (Rhoades, Greenberg, & Domitrovich, 2009).
  • Gut ausgebildete exekutive Funktionen verringern das Risiko zu delinquenten und antisozialen Verhaltensweisen (Hughes, White, Sharpen, & Dunn, 2000; Trentacosta & Shaw, 2009).
  • 4-jährige Kinder mit besseren exekutiven Funktionen erreichen als Erwachsene höhere Bildungsabschlüsse und können Stress besser bewältigen (Mischel et al., 2011; Mischel, Shoda, & Peake, 1988).
  • Zum Zeitpunkt des Schuleintritts sagen exekutive Funktionen und die Selbstregulation mindestens genauso viel über die Schuleignung aus wie Vorläuferfertigkeiten in Mathematik und Deutsch sowie der IQ der Kinder (Blair, 2002; McClelland, Morrison, & Holmes, 2000)
  • Exekutive Funktionen haben großen Einfluss auf die Lernleistung. Besonders in Mathematik und Sprache zeigen sich starke Zusammenhänge mit den exekutiven Funktionen (Blair & Razza, 2007; Bull & Scerif, 2001)
  • Wer sich als Kind schlechter regulieren kann, hat als Erwachsener häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu tun, ist anfälliger für Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit, lebt eher in instabilen Beziehungen, gerät öfter in finanzielle Not und begeht häufiger Straftaten (Moffitt et al., 2011).

 

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